Traditioneller Mittagstisch für achtzig Bedürftige in der ELKI-Gemeinde Rom

Angefangen hat es mit einem Geschenk für den Papst. Anlässlich des Besuchs von Franziskus in der evangelisch-lutherischen Gemeinde von Rom 2015, hat diese sich ein besonderes Geschenk ausgedacht: ein Weihnachtsessen für achtzig bedürftige Menschen. Mittlerweile hat dieses Essen längst Tradition und findet jedes Jahr in der letzten Woche vor Weihnachten statt.

 

Gedeckt wird für achtzig, angemeldet sind 65 – 70 Personen, aber am Ende sind es immer mehr und ein Gedeck ist schnell dazu gestellt, weggeschickt wird niemand! Ein Essen wie im Restaurant für Menschen, die sich nichts leisten können. Alte Menschen, Ausgegrenzte, Obdachlose, Einsame und Mittellose. Viele von ihnen sind der Gemeinde schon bekannt vom Frühstück für Bedürftige, ein Diakonieprojekt zu dem die Gemeinde Rom alle zwei Wochen einlädt.

Das Weihnachtsmenu besteht aus drei Gängen. Gemischte Vorspeisen mit Salami, Schinken, Mozzarella, Oliven u. a. m., einen sättigenden Hauptgang (in diesem Jahr Gulasch mit Kartoffeln) und zum Nachtisch einen Kuchen. Zubereitet wird alles in der Gemeindeküche von Gemeindegliedern. Flüchtlinge gehören weniger zu den Gästen des Weihnachtsessens, sie sind hingegen regelmäßig beim Projekt „Teddybär“ dabei. Ein Projekt, das darauf ausgelegt ist, vor allem Müttern mit Kleinkindern zu helfen. Mit Kleidung, Windeln, Kindernahrung, aber auch medizinischer und sozialer Betreuung.

Aber zurück zum Weihnachtsessen. Mit viel Liebe bereiten die Gemeindeglieder das Essen vor, der Tisch wird in Weihnachtsfarben festlich gedeckt. Auf jeden Gast wartet auch eine kleine Gabe, ein Schokoladen-Nikolaus zum mit Nachhause nehmen.

Bei der Vorbereitung helfen alle Hand in Hand. Gemeindeglieder, Pfarrer, Mitarbeiter der Gemeinde. Und sie alle betätigen sich auch als Kellner. Pfarrer Michael Jonas hat die Gäste herzlich begrüßt und mit einem Gebet auf das Weihnachtsessen eingestimmt. Die Stimmung im Saal ist festlich, es entstehen angeregte Gespräche und mancher vergisst in diesem Zeitraum seine Notlage und genießt die heitere Weihnachtsstimmung. Die Veranstaltung dauert rund zwei Stunden, bevor sich die Gäste wieder auf den Weg machen. Nicht ohne ihrer Dankbarkeit Ausdruck gegeben oder die Anwesenden zur Silvester-Feier der Caritas eingeladen zu haben.

Zurück bleibt die Gemeindegruppe, die noch einmal so lange braucht, um alles wieder aufzuräumen. Im Kopf die Bilder von glücklichen Augen, das Herz voll warmer Freude, Menschen, die einsam, mittellos und im Dunkeln sind, einen Moment voll Glück , Wärme und Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. Weihnachten.

 

Nicole Dominique Steiner.