Das Leben in Illica geht weiter….

 

Am 26. Juni 2017 sind wir zum zweiten Mal in das Erdbebengebiet Mittelitaliens zu unseren Freunden der Kooperative Rinascita 78, nach Illica, gefahren. Vieles hat sich in diesen Monaten zum Besseren verändert. Das warme Wetter hat bestimmt seinen Beitrag geleistet, aber im Vordergrund steht das mit Würde ertragene Schicksal und die Zuversicht der Menschen, wieder neu anzufangen.

Illica

Dazu braucht es viel Kraft, aber auch viel Geld. Die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Rom hat seit September 2016 fast  24.000,00 Euro gesammelt. Diese Summe kam durch Kollekten und  Spenden von Mitgliedern unserer Kirche zusammen. Dabei haben uns die CATEL-Stiftung in Rom und das Ehepaar Scarafilo aus Pforzheim, die Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Genua und Venedig großzügig unterstützt. Ihnen allen sei von Herzen gedankt!

 

Wir werden weiter sammeln, denn in der Kooperative ist noch viel neu aufzubauen,  wir werden noch viel Zeit und viel Unterstützung brauchen. Für unsere Gemeinde ist es wichtig die beiden Familien, die auf dem Bauernhof leben,  auch in der Zukunft konkret zu unterstützen und mit ihnen in Kontakt zu bleiben.

Das Ehepaar Scarafilo aus Pforzheim ist mit uns nach Illica gefahren, um vor Ort zu erleben, was das verheerende Erdbeben für Folgen hat. Vor Weihnachten 2016 hatte sich Frau Scarafilo entschlossen, in Pforzheim Geld für Menschen sammeln, die durch die Erdbeben geschädigt wurde. Sie hatte daher Restaurants gebeten,  ihre kulinarischen Spezialitäten für diesen Zweck umsonst zur Verfügung zu stellen und diese auf einem Platz im Stadtzentrum zu verkaufen. Das Fest war ein großer Erfolg und es kam eine beträchtliche Summe zusammen.

Die Autofahrt von Rom nach Illica dauert ca. 3 Stunden. Als wir im November 2016 hinfuhren, trafen wir nach der Stadt  Rieti  nur Fahrzeuge von der “Protezione Civile, Carabinieri und Finanzieri” an, die mit uns ins Erdbebengebiet fuhren. Heute ist es zum Glück anders geworden. Es gibt wieder lokalen Verkehr und Zubringerdienste, aber auch vereinzelte Touristen. Das lies uns ahnen, dass in den verschütteten Dörfern ein Stücke Alltag zurückgekehrt sei. Und so war es auch: zwei Wochen zuvor waren die Trümmer von den Straßen in Illica wegtransportiert worden.

Die Überraschung war groß, als wir auf dem Bauernhof ankamen, denn überall blühten wieder Rosen und Bäumchen waren gepflanzt worden – kleine Zeichen, das neues Leben wächst. Einige der Pflanzen waren aus dem zerfallenen Erdboden wieder gewonnen worden wie uns Sandra und Tonino, die Leiter der Kooperative, stolz erzählten. Die  Ziegen und Schafe sind alle aus Rom, wo sie den Winter verbracht haben, nach Illica zurückgekommen. Inzwischen wurde ein Lokal eingerichtet, wo die Produktion von Molkereiprodukten in Betrieb genommen werden konnte. Zwar wird alles noch von Hand hergestellt wie einst, aber der Verkauf von biologischen Produkten, wie Käse und Ricotta tragen dazu bei, dass das tägliche Leben davon finanziert werden kann.

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Die Wohnwagen sind aufgrund der Hilfe des italienischen Staates durch kleine Häuschen (die sogenannten „moduli“) ersetzt worden. Diese sind erdbebensicher und die Menschen können, was besonders wichtig ist, wieder ruhig schlafen. Große Sorge bereitet hingegen der Kooperative, dass die Ställe, wo sie ihre Tiere im Winter unterbringen könnten, immer noch fehlen.

Nach der Besichtigung des Betriebes, durften wir mit Tonino in einem Jeep in die Berge (Monti della Laga) auf ca. 1400 m. hoch fahren, wo die Kühe auf grünen Weiden den Sommer verbringen. Dort oben ist alles in Takt geblieben und es gibt genug Quellwasser für den ganzen Sommer.

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Auf der Fahrt hat uns Tonino die Gegend gezeigt. Unweit von seinen Alpweiden befinden sich schon die Regionen Umbrien und Marken. Hier und da in der Ferne sieht man kleine zerfallene Dörfer. Das ist für die Menschen, die in dieser Gegend leben, schwer zu überwinden. Trotzdem geht im Gespräch immer wieder hervor, dass es mit dem Aufbau der Dörfer eine Zukunft geben wird. Auf diesem Weg wollen wir als Gemeinde Tonino, Sandra und die Kooperativa Rinascita 78 in Illica weiter unterstützen und bitte Sie herzlich um ihre Mithilfe.

 

Für den Gemeindevorstand

Gertrud Wiedmer

 

Wenn Sie den Menschen und Tieren der Kooperative „Rinascita‘ 78“ helfen wollen, dann können Sie Ihre Spenden im Gemeindebüro (Via Toscana 7) abgeben oder sie unter dem Stichwort „Illica“ auf eines der folgenden Konten überweisen:

 

Deutsche Bank Pforzheim

IBAN: DE1866 6700 0600 9005 9700

BIC:  DEUT DE SM 666

 

Banca Popolare di Novara

IBAN: IT55X 05034 03255 0000 0000 2750

BIC: BAPPIT 21AI9

Den Bericht zu unserem ersten Besuch in Illica finden Sie hier.